Seite drucken
50 Jahre Zusammenschluss

Fusion der Gemeinden Liedolsheim und Rußheim

Im Jahr 1975 vereinigten sich die Gemeinden Liedolsheim und Rußheim zur Einheitsgemeinde Dettenheim. Diese Fusion war ein aufregendes Ereignis und brachte zahlreiche Themen zur Sprache. Die Zusammenarbeit verlief vielschichtig, und die Bürgermeisterwahl direkt nach der Fusion überraschte viele und machte das Miteinander noch interessanter. Die Planungen zur Feier des 50-jährigen Bestehens von Dettenheim laufen bereits.

Die Fusion und ihre Möglichkeiten

Am 1. Januar 1975 trat die Fusion der Gemeinden Liedolsheim und Rußheim offiziell in Kraft, und gleichzeitig wurde die Verwaltungsgemeinschaft mit der benachbarten Gemeinde Graben-Neudorf begründet. Anfangs trug die neue Gemeinde den Namen „Liedolsheim-Rußheim“, bis sie 1978 in „Dettenheim“ umbenannt wurde – ein Verweis auf ein altes Dorf in der Region, dessen Gebiet einst zu Liedolsheim gehörte. Die Unterzeichnung des Fusionsvertrags im Juni 1974 durch die Bürgermeister Eugen Oberacker, Liedolsheim und Ludwig Reinacher, Rußheim war ein bedeutender Schritt. Dieser Schritt schien damals kaum absehbar, da kurz zuvor noch unterschiedliche Meinungen bestanden – besonders zur Verteilung der Sitze im Gemeinderat und einer möglichen Ortschaftsverfassung für Rußheim.

Letztlich erkannte man jedoch, dass eine freiwillige Fusion eine wertvolle Basis für die Zukunft bieten würde. Für viele Bewohner von Rußheim bedeutete dies eine große Veränderung, da sie sich neu organisieren mussten. Es war ein Prozess, der damals in der Region auch in anderen kleinen Gemeinden stattfand.

Überraschungen bei der Bürgermeisterwahl

Die Bürgermeisterwahl nach der Fusion brachte für viele Unerwartetes. Es war allgemein angenommen worden, dass der Bürgermeister von Liedolsheim die Führung übernehmen würde, während sein Kollege aus Rußheim die Position des Ortsvorstehers besetzen würde. Als dann der Bürgermeister aus Rußheim gewählt wurde, überraschte dies viele und wurde als eine Entscheidung mit Folgen für das Gemeinschaftsgefühl zwischen den beiden Ortsteilen gesehen. Zudem blieb es eine offene Frage in der Bevölkerung, warum nur Rußheim eine eigene Ortschaftsverfassung erhielt.

Schritte zur gemeinschaftlichen Zusammenarbeit

Ungeachtet der Unterschiede ermutigte man die Einwohner, sich auf den neuen Weg einzulassen und ein Gemeinschaftsgefühl zu entwickeln, gestützt auf Vertrauen und Offenheit. Es fiel auf, dass das Zusammengehörigkeitsgefühl bei einigen Bewohnern etwas länger wuchs. Die jüngeren Einwohner waren oft offener für die neue Struktur, während die ältere Generation sich Zeit nahm, um sich anzupassen. Im Gemeinderat fanden zu Beginn lebhafte Diskussionen statt, die durch den engagierten Einsatz der Beteiligten bald zu einem harmonischeren Ablauf führten.

Das Thema „Ortschaftsrat“ blieb weiterhin präsent, insbesondere wenn über die sogenannte „unechte Teilortswahl“ abgestimmt wurde – eine Wahlregelung, die 2019 abgeschafft wurde. Einige meinten, dass ein gemeinsamer Verwaltungssitz auf neutralem Boden das Zusammenwachsen unterstützt hätte.

Rückblick und Erkenntnisse

Einige Mitglieder des Gemeinderats erinnern sich an die ereignisreichen Anfangsjahre, die wertvolle Erfahrungen mit sich brachten. Schließlich gelang es, sich als eine Gemeinde zusammenzufinden und die Vorteile der Fusion zu erkennen. Beide Gemeinden hätten die wachsenden Aufgaben allein kaum bewältigen können, und so entstand eine moderne Einheit, die zukünftige Herausforderungen besser und gemeinschaftlich angehen konnte.

http://www.dettenheim.de//jubilaeum/50-jahre-zusammenschluss